cdu teilzeitarbeit
Die CDU sieht Teilzeitarbeit grundsätzlich als wichtiges Instrument zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hat aber in jüngster Zeit kritische Stimmen zur Ausweitung von Teilzeitarbeit geäußert. Führende CDU-Politiker betonen, dass Deutschland mehr Vollzeitbeschäftigung brauche, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Wirtschaftsleistung zu sichern. Die Partei fordert dabei keine Abschaffung der Teilzeit, sondern setzt auf Anreize für eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens. Gleichzeitig wird die Wahlfreiheit zwischen Teilzeit und Vollzeit als wichtiges Prinzip der sozialen Marktwirtschaft anerkannt.
Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, hat keine generelle Abschaffung der Teilzeitarbeit gefordert, sondern eine kritische Debatte über die Ausweitung von Teilzeit angestoßen. Sie argumentiert, dass Deutschland wirtschaftlich darauf angewiesen sei, dass mehr Menschen ihre Arbeitszeit erhöhen, um Wohlstand und soziale Sicherungssysteme zu erhalten. Connemann betont dabei die Notwendigkeit, Anreize für Vollzeitarbeit zu schaffen, ohne das Recht auf Teilzeit grundsätzlich infrage zu stellen. Ihre Äußerungen zielten vor allem darauf ab, eine gesellschaftliche Diskussion über Arbeitsvolumen und Fachkräftemangel anzuregen.
In Deutschland haben Arbeitnehmer nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Verringerung ihrer Arbeitszeit, wenn sie länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind und der Betrieb mehr als 15 Arbeitnehmer hat. Der Arbeitgeber kann den Antrag nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen, die schriftlich dargelegt werden müssen. Seit 2019 gibt es zudem die sogenannte Brückenteilzeit, die es Beschäftigten ermöglicht, für einen begrenzten Zeitraum von ein bis fünf Jahren in Teilzeit zu arbeiten und danach zur ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. Diese Regelung gilt allerdings nur in Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern.
Die CDU begründet ihre kritische Haltung zur Ausweitung von Teilzeitarbeit hauptsächlich mit dem zunehmenden Fachkräftemangel und den Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme. Durch den demografischen Wandel und die steigende Anzahl von Teilzeitbeschäftigten sinkt das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, was Wachstum und Wohlstand gefährden könnte. Zudem führt Teilzeitarbeit häufig zu geringeren Rentenansprüchen, insbesondere bei Frauen, was die Altersarmut verstärken kann. Die Partei argumentiert, dass eine Erhöhung der durchschnittlichen Arbeitszeit notwendig sei, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands zu sichern und gleichzeitig die Rentenkassen zu stabilisieren.
Die CDU setzt auf Anreizmodelle statt auf Verbote, um Menschen zu einer Erhöhung ihrer Arbeitszeit zu motivieren. Dazu gehören steuerliche Entlastungen für Vollzeitbeschäftigte, verbesserte Kinderbetreuungsangebote und flexiblere Arbeitsmodelle, die Beruf und Familie besser vereinbar machen. Auch die Reduzierung von bürokratischen Hürden beim Wechsel von Teilzeit zu Vollzeit wird diskutiert, um den Übergang zu erleichtern. Darüber hinaus fordert die Partei eine Reform der Minijob-Regelungen, da diese häufig als Teilzeitfalle wirken und Anreize für eine Ausweitung der Arbeitszeit verhindern.