julia klöckner

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Julia Klöckner ist eine deutsche CDU-Politikerin, die von 2018 bis 2021 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft war. Zuvor war sie von 2011 bis 2016 sowie von 2016 bis 2018 stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und von 2012 bis 2021 Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz. Sie kandidierte zweimal erfolglos als Spitzenkandidatin ihrer Partei für das Amt der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz in den Jahren 2016 und 2021. Nach der Bundestagswahl 2021 zog sie sich aus der Bundespolitik zurück und wechselte in die Wirtschaft.

Während ihrer Amtszeit als Bundeslandwirtschaftsministerin standen Themen wie Tierwohl, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungspolitik im Fokus. Sie setzte sich für eine freiwillige Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Lebensmitteln ein, was jedoch von Verbraucherschützern als nicht ausreichend kritisiert wurde. Kontrovers diskutiert wurde ihre Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie, insbesondere ein gemeinsames Video mit dem Nestlé-Konzern, das ihr Kritik wegen zu großer Nähe zur Industrie einbrachte. Auch ihre Haltung zur Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln und zum Umbau der Tierhaltung wurde intensiv debattiert.

Julia Klöckner sah sich während ihrer Ministerzeit häufig dem Vorwurf ausgesetzt, zu eng mit der Lebensmittel- und Agrarindustrie zusammenzuarbeiten und Verbraucherinteressen zu vernachlässigen. Besonders kritisiert wurde ein gemeinsames Video mit Nestlé aus dem Jahr 2019, in dem sie freiwillige Reduktionsmaßnahmen des Konzerns lobte, was als unkritische Industriewerbung aufgefasst wurde. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände warfen ihr vor, notwendige verpflichtende Regelungen wie das Nutri-Score-System oder strengere Tierschutzstandards nur zögerlich umzusetzen. Auch ihre Ablehnung eines Werbeverbots für ungesunde Kinderlebensmittel stieß auf Kritik.

Nach ihrem Ausscheiden aus der Bundespolitik im Jahr 2021 wechselte Julia Klöckner in die Privatwirtschaft und übernahm verschiedene Aufsichtsratsposten. Sie wurde unter anderem Mitglied im Aufsichtsrat der Mediengruppe RTL Deutschland und in weitere Gremien berufen. Dieser Wechsel von der Politik in die Wirtschaft, insbesondere in Branchen, für die sie als Ministerin zuständig war, löste Diskussionen über Interessenkonflikte und Karenzzeiten für ehemalige Regierungsmitglieder aus. Klöckner selbst betonte, dass sie sich an alle gesetzlichen Vorgaben halte und ihre neue Tätigkeit mit ihrem früheren Amt vereinbar sei.

Julia Klöckner wurde 1972 in Bad Kreuznach geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Winzerin, bevor sie Politikwissenschaft, Katholische Theologie und Pädagogik studierte. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Journalistin und Moderatorin beim Südwestrundfunk. Ihr politischer Aufstieg begann 2002 mit dem Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag, 2009 wurde sie erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt. Ihre Herkunft aus einer Winzerfamilie und ihre landwirtschaftliche Ausbildung stellte sie während ihrer Zeit als Landwirtschaftsministerin häufig als besondere Qualifikation für ihr Amt heraus.