myanmar
Myanmar, früher Burma genannt, liegt in Südostasien und grenzt an fünf Nachbarländer: China im Norden und Nordosten, Laos im Osten, Thailand im Südosten, Bangladesch im Westen und Indien im Nordwesten. Das Land hat zudem eine ausgedehnte Küstenlinie von etwa 2.000 Kilometern entlang der Andamanensee und des Golfs von Bengalen. Mit einer Fläche von rund 676.000 Quadratkilometern ist Myanmar das größte Land auf dem südostasiatischen Festland. Die strategische Lage zwischen Südasien und Südostasien macht das Land zu einer wichtigen Brücke zwischen diesen Regionen.
Die Amtssprache Myanmars ist Birmanisch, das von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Das Land ist jedoch ethnisch sehr vielfältig, weshalb mehr als 100 verschiedene Sprachen und Dialekte existieren. Zu den wichtigsten Minderheitensprachen gehören Shan, Karen, Rakhine, Mon, Chin und Kachin. Birmanisch verwendet eine eigene Schrift, die sich aus der südindischen Brahmi-Schrift entwickelt hat und durch ihre kreisförmigen Buchstaben charakterisiert ist. In urbanen Gebieten und im Tourismus wird zunehmend auch Englisch verstanden, insbesondere von der jüngeren Generation.
Myanmar befindet sich seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 in einer schweren politischen Krise, bei der das Militär die demokratisch gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi gestürzt hat. Seither herrscht das Militär mit harter Hand und geht gegen Demonstranten und Oppositionelle vor, was zu Tausenden Toten und Verhafteten geführt hat. Es haben sich bewaffnete Widerstandsgruppen gebildet, die gegen die Militärjunta kämpfen, wodurch das Land in einen anhaltenden Konflikt geraten ist. Die internationale Gemeinschaft hat weitreichende Sanktionen verhängt und die Machtübernahme verurteilt. Die humanitäre Lage bleibt angespannt, mit eingeschränkten Freiheiten und wirtschaftlichen Problemen für die Bevölkerung.
Myanmar verfügt über ein reiches kulturelles Erbe mit beeindruckenden buddhistischen Tempeln und Pagoden. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die Shwedagon-Pagode in Yangon, ein 99 Meter hoher, vergoldeter Stupa, der als wichtigste religiöse Stätte des Landes gilt. Die antike Stadt Bagan mit über 2.000 erhaltenen Tempeln und Pagoden aus dem 11. bis 13. Jahrhundert zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein absolutes Highlight. Weitere wichtige Ziele sind der Inle-See mit seinen schwimmenden Gärten und Einbeinruderern, die historische Königsstadt Mandalay sowie die koloniale Architektur in Yangon. Die kulturelle Vielfalt zeigt sich auch in traditionellen Festen, Kunsthandwerk und der tief verwurzelten buddhistischen Lebensweise.
Die ideale Reisezeit für Myanmar liegt in der Trockenzeit zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen angenehm sind und kaum Regen fällt. In diesen Monaten herrschen tagsüber Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, während die Nächte kühl und angenehm sind. Von März bis Mai wird es sehr heiß mit Temperaturen über 35 Grad, was Reisen anstrengend machen kann. Die Monsunzeit von Juni bis Oktober bringt starke Regenfälle, besonders an der Küste und im Süden, wobei einige Regionen schwer zugänglich werden können. Allerdings sollte beachtet werden, dass aufgrund der aktuellen politischen Lage von Reisen nach Myanmar abgeraten wird.