belarus

500+ Suchanfragen 5 Fragen

Belarus liegt in Osteuropa und grenzt an Polen, Litauen, Lettland, Russland und die Ukraine. Das Land ist überwiegend flach mit ausgedehnten Wäldern, die etwa 40% der Landesfläche bedecken, und über 11.000 Seen. Die Hauptstadt Minsk befindet sich zentral im Land und ist mit knapp 2 Millionen Einwohnern die größte Stadt. Belarus hat keinen Zugang zum Meer und wird oft als 'grüne Lunge Europas' bezeichnet aufgrund seiner ausgedehnten Naturlandschaften und Nationalparks.

Belarus hat zwei Amtssprachen: Belarussisch und Russisch. Im Alltag dominiert jedoch Russisch deutlich, da es von etwa 70-80% der Bevölkerung als Hauptsprache verwendet wird. Belarussisch wird vor allem in ländlichen Gebieten und von der kulturell bewussten Bevölkerung gesprochen. Die sprachliche Situation ist historisch bedingt durch die lange Zugehörigkeit zum Russischen Reich und zur Sowjetunion. In größeren Städten und im Geschäftsleben ist Russisch die vorherrschende Kommunikationssprache.

Belarus ist formal eine Präsidialrepublik, in der der Präsident weitreichende Befugnisse besitzt. Seit 1994 wird das Land von Präsident Alexander Lukaschenko regiert, was Belarus oft als 'letzte Diktatur Europas' bezeichnet werden lässt. Das politische System ist stark zentralisiert mit eingeschränkten demokratischen Freiheiten und begrenztem Raum für Opposition. Die Gewaltenteilung ist de facto aufgehoben, und staatliche Kontrolle erstreckt sich auf Medien, Justiz und Wirtschaft. Internationale Beobachter kritisieren regelmäßig die Durchführung von Wahlen und die Menschenrechtssituation im Land.

Die belarussische Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Industrie und Landwirtschaft, wobei viele Betriebe noch staatlich kontrolliert sind. Bedeutende Industriezweige sind Maschinenbau, Fahrzeugproduktion (besonders Traktoren und LKW), petrochemische Industrie und Lebensmittelverarbeitung. Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle mit Schwerpunkt auf Milch- und Fleischproduktion sowie Kartoffelanbau. Belarus ist stark von russischen Energielieferungen abhängig und profitiert von vergünstigten Gas- und Ölpreisen. Die Wirtschaft ist eng mit Russland verflochten, was sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringt.

Belarus verfügt über ein reiches kulturelles Erbe mit UNESCO-Welterbestätten wie dem Schloss Mir und der Festung Njaswisch. Die traditionelle belarussische Kultur zeigt sich in Volkskunst, Stickereien und der authentischen Küche mit Gerichten wie Draniki (Kartoffelpuffer) und Machanka. Der Belovezhskaya-Urwald an der Grenze zu Polen ist einer der letzten Urwälder Europas und Heimat der europäischen Wisente. Minsk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im sowjetischen Stil wiederaufgebaut und beeindruckt mit monumentaler Architektur. Die belarussische Bevölkerung pflegt starke Traditionen in Musik, Theater und Literatur, die oft slawische und osteuropäische Einflüsse vereinen.