eritrea
Eritrea liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer und ist Teil des Horns von Afrika. Das Land grenzt im Norden und Westen an den Sudan, im Süden an Äthiopien und im Südosten an Dschibuti. Die strategisch wichtige Lage am Roten Meer mit etwa 1.200 Kilometern Küstenlinie macht Eritrea zu einem bedeutenden Standort für den Zugang zu internationalen Schifffahrtsrouten. Die Hauptstadt Asmara liegt im zentralen Hochland auf etwa 2.325 Metern über dem Meeresspiegel.
Eritrea erlangte am 24. Mai 1993 seine Unabhängigkeit von Äthiopien nach einem 30-jährigen Unabhängigkeitskrieg. Zuvor war das Gebiet von 1890 bis 1941 italienische Kolonie, anschließend unter britischer Verwaltung und wurde 1952 mit Äthiopien in einer Föderation vereint, die 1962 aufgelöst wurde. Der anschließende bewaffnete Konflikt gilt als einer der längsten Unabhängigkeitskriege Afrikas. Nach einem Referendum, bei dem 99,8 Prozent der Bevölkerung für die Unabhängigkeit stimmten, wurde Eritrea zum jüngsten afrikanischen Staat seiner Zeit.
In Eritrea werden neun anerkannte ethnische Sprachen gesprochen, wobei Tigrinya, Arabisch und Englisch faktisch als Arbeitssprachen dienen. Tigrinya ist mit etwa 55 Prozent der Bevölkerung die am weitesten verbreitete Muttersprache, gefolgt von Tigre, Saho, Kunama, Afar und weiteren Sprachen. Die sprachliche Vielfalt spiegelt die multiethnische Zusammensetzung des Landes wider. Es gibt keine offiziell festgelegte Nationalsprache, was die gleichberechtigte Anerkennung aller ethnischen Gruppen symbolisieren soll.
Eritrea wird seit der Unabhängigkeit 1993 von Präsident Isaias Afewerki regiert und gilt als eines der autoritärsten Regime weltweit. Es wurden bisher keine nationalen Wahlen abgehalten, und die 1997 verabschiedete Verfassung wurde nie umgesetzt. Das Land wird international für schwere Menschenrechtsverletzungen kritisiert, darunter unbegrenzte Militärdienstpflicht, fehlende Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Inhaftierung politischer Gefangener ohne Gerichtsverfahren. Diese Situation hat zu einer massiven Fluchtbewegung geführt, wodurch Eritreer zu einer der größten Flüchtlingsgruppen weltweit gehören.
Asmara ist die Hauptstadt und größte Stadt Eritreas mit etwa 800.000 Einwohnern. Die Stadt ist weltbekannt für ihre außergewöhnlich gut erhaltene italienische modernistische Architektur aus den 1930er Jahren und wurde 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Asmara gilt als eine der saubersten und sichersten Städte Afrikas und wird oft als "Klein-Rom" oder "Afrikas Miami" bezeichnet. Die Stadt beeindruckt mit Art-Déco-Gebäuden, futuristischen Bauten im Stil des Rationalismus und einer einzigartigen urbanen Atmosphäre, die die italienische Kolonialzeit widerspiegelt.