etf sparplan
Ein ETF-Sparplan ist eine automatisierte Anlagestrategie, bei der Sie regelmäßig einen festen Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) investieren. Dabei wird monatlich, vierteljährlich oder in einem anderen gewählten Rhythmus automatisch Geld von Ihrem Konto abgebucht und in ETF-Anteile angelegt. Durch diese kontinuierliche Investition profitieren Sie vom Cost-Average-Effekt, da Sie bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger Anteile kaufen. ETF-Sparpläne eignen sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau und sind bereits ab kleinen monatlichen Beträgen von 25 bis 50 Euro möglich.
ETF-Sparpläne zeichnen sich durch niedrige Kosten aus, da die Verwaltungsgebühren von ETFs deutlich unter denen aktiv gemanagter Fonds liegen und viele Broker mittlerweile kostenlose Ausführungen anbieten. Die breite Streuung über hunderte oder tausende Unternehmen minimiert das Risiko einzelner Aktienausfälle erheblich. Durch die Flexibilität können Sie Sparraten jederzeit anpassen, aussetzen oder den Sparplan ohne Kündigungsfristen beenden. Zudem ermöglicht der automatische Sparvorgang eine disziplinierte Anlagestrategie ohne emotionale Fehlentscheidungen bei Marktschwankungen.
Die optimale Sparrate hängt von Ihrer individuellen finanziellen Situation, Ihren Sparzielen und Ihrem verfügbaren Einkommen ab. Als Faustregel empfiehlt es sich, etwa 10 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens für die langfristige Geldanlage zurückzulegen, sofern bereits ein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben vorhanden ist. Wichtiger als eine hohe Anfangsrate ist die Regelmäßigkeit und Kontinuität der Sparleistung über viele Jahre hinweg. Viele Anleger starten mit kleineren Beträgen zwischen 50 und 100 Euro monatlich und erhöhen diese schrittweise bei Gehaltssteigerungen oder wenn andere finanzielle Verpflichtungen wegfallen.
Für Einsteiger eignen sich besonders breit diversifizierte Weltaktien-ETFs auf Indizes wie den MSCI World oder den FTSE All-World, die mehrere tausend Unternehmen aus Industrieländern abbilden. Noch breiter aufgestellt sind ETFs auf den MSCI All Country World Index (ACWI), der zusätzlich Schwellenländer einschließt. Wichtige Auswahlkriterien sind ein hohes Fondsvolumen (über 100 Millionen Euro), eine physische Replikationsmethode, niedrige laufende Kosten (TER unter 0,5 Prozent) und eine thesaurierende Ausschüttungsart für den automatischen Wiederanlage-Effekt. Die Entscheidung zwischen verschiedenen Anbietern wie iShares, Xtrackers oder Vanguard ist meist zweitrangig, solange die grundlegenden Kriterien erfüllt sind.
Erträge aus ETF-Sparplänen unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Allerdings steht jedem Anleger ein jährlicher Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Verheiratete) zu, bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Um diesen Freibetrag zu nutzen, sollten Sie bei Ihrer depotführenden Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Bei thesaurierenden ETFs werden die Erträge automatisch reinvestiert, aber trotzdem jährlich versteuert, während bei ausschüttenden ETFs die Dividenden auf Ihr Konto fließen und versteuert werden. Die Depotbank übernimmt in der Regel die automatische Abführung der Steuern, sodass Sie sich um die konkrete Abwicklung nicht kümmern müssen.