euro einführung

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Der Euro wurde in zwei Schritten eingeführt: Am 1. Januar 1999 startete zunächst die digitale Einführung als Buchgeld für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in elf EU-Ländern. Die physische Einführung mit Euro-Münzen und -Banknoten folgte am 1. Januar 2002, als das Euro-Bargeld in zwölf Mitgliedstaaten gleichzeitig in Umlauf kam. In den ersten Wochen des Jahres 2002 wurden die nationalen Währungen schrittweise aus dem Verkehr gezogen, wobei eine kurze Übergangsphase galt, in der beide Währungen parallel akzeptiert wurden.

Die ersten elf Länder, die 1999 den Euro als Buchgeld einführten, waren Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Irland, Portugal und Finnland. Griechenland folgte als zwölftes Land im Jahr 2001 und war damit bei der Bargeldeinführung 2002 dabei. Großbritannien, Dänemark und Schweden entschieden sich damals gegen eine Teilnahme am Euro. Heute nutzen 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten den Euro als offizielle Währung.

Der Euro sollte die wirtschaftliche Integration Europas vertiefen und den gemeinsamen Binnenmarkt stärken, indem Wechselkursrisiken und Umtauschkosten zwischen den Mitgliedstaaten eliminiert wurden. Die gemeinsame Währung erleichtert den grenzüberschreitenden Handel, macht Preise transparent vergleichbar und fördert Investitionen innerhalb der Eurozone. Zudem sollte der Euro als starke internationale Währung die Position Europas in der Weltwirtschaft stärken und zu mehr politischer Stabilität auf dem Kontinent beitragen. Die Währungsunion wurde als logischer nächster Schritt nach der Schaffung des Binnenmarktes gesehen.

Der unwiderruflich festgelegte Umtauschkurs betrug 1,95583 D-Mark für einen Euro, was bedeutete, dass eine D-Mark etwa 0,51 Euro wert war. Dieser Kurs wurde bereits 1998 für die Einführung 1999 festgelegt und galt bis zum Ende der Umtauschfristen. Während der Übergangsphase konnten D-Mark-Münzen und -Scheine bis Ende Februar 2002 in Geschäften verwendet und danach bei Banken umgetauscht werden. Die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark-Banknoten und -Münzen auch heute noch zeitlich unbegrenzt in Euro um.

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen der Wegfall von Wechselkurskosten beim Reisen und Handeln innerhalb der Eurozone, stabile Preise durch die unabhängige Europäische Zentralbank sowie vereinfachte Geschäftsbeziehungen zwischen den Mitgliedstaaten. Als Nachteil wird häufig der Verlust der eigenständigen Geldpolitik genannt, wodurch einzelne Länder nicht mehr auf nationale Wirtschaftskrisen mit individuellen Zinssätzen oder Währungsabwertungen reagieren können. Kritiker bemängeln zudem eine gefühlte Preiserhöhung bei der Umstellung, während Befürworter die Preisstabilität und die gestärkte internationale Position des Euros hervorheben. Die Bewertung hängt stark von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes ab.