impfung gürtelrose
Die Impfung gegen Gürtelrose wird allen Personen ab 60 Jahren empfohlen, da das Risiko für eine Erkrankung mit zunehmendem Alter deutlich steigt. Für Menschen mit Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem gilt die Empfehlung bereits ab 50 Jahren. Die Impfung ist sinnvoll, unabhängig davon, ob man sich an eine frühere Windpocken-Erkrankung erinnert, da das Virus meist im Körper verbleibt. Auch Personen, die bereits einmal an Gürtelrose erkrankt waren, können von der Impfung profitieren, da Zweiterkrankungen möglich sind.
Der aktuell verwendete Totimpfstoff bietet einen sehr hohen Schutz von über 90 Prozent gegen das Auftreten einer Gürtelrose. Selbst bei den über 70-Jährigen liegt die Wirksamkeit noch bei etwa 90 Prozent, was für einen Impfstoff eine außergewöhnlich hohe Quote darstellt. Die Impfung reduziert zudem das Risiko für die gefürchtete postherpetische Neuralgie, eine langanhaltende Nervenschmerzkomplikation, um mehr als 85 Prozent. Der Impfschutz bleibt über mindestens zehn Jahre stabil und bietet damit einen langfristigen Schutz.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfdosen, die im Abstand von zwei bis sechs Monaten in den Oberarmmuskel verabreicht werden. Beide Impfungen sind notwendig, um den vollen Impfschutz aufzubauen. Die Impfung kann beim Hausarzt oder Facharzt durchgeführt werden und ist in der Regel gut verträglich. Häufige Impfreaktionen wie Rötungen, Schwellungen an der Einstichstelle oder vorübergehendes Unwohlsein klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
Für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 50 Jahren mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Gürtelrose-Impfung vollständig. Die Kostenübernahme gilt seit der Aufnahme in die Standardimpfempfehlungen und umfasst beide notwendigen Impfdosen. Privatversicherte sollten vorab bei ihrer Versicherung die Erstattungsmodalitäten klären, wobei die meisten privaten Krankenversicherungen die Impfung ebenfalls erstatten. Eine vorherige Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich.
Windpocken und Gürtelrose werden vom selben Virus, dem Varizella-Zoster-Virus, verursacht, treten aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf. Windpocken sind die Erstinfektion, die meist im Kindesalter auftritt und am ganzen Körper juckende Bläschen verursacht. Nach der Genesung verbleibt das Virus inaktiv in den Nervenzellen und kann Jahre oder Jahrzehnte später als Gürtelrose reaktiviert werden. Die Gürtelrose zeigt sich typischerweise als schmerzhafter, gürtelförmiger Hautausschlag in einem begrenzten Körperbereich und tritt vor allem bei älteren Menschen oder immungeschwächten Personen auf.