meise

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In Deutschland sind vor allem die Kohlmeise und die Blaumeise die häufigsten Vertreter ihrer Familie. Weitere verbreitete Arten sind die Tannenmeise, Sumpfmeise, Weidenmeise und Haubenmeise. Die Kohlmeise ist mit etwa 14 Zentimetern die größte heimische Meisenart und erkennbar an ihrem schwarzen Kopf mit weißen Wangen und dem gelben Bauch mit schwarzem Längsstreifen. Alle diese Arten gehören zur Familie der Meisen und bleiben ganzjährig in unseren Breiten, weshalb sie auch im Winter gut zu beobachten sind.

Meisen ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Larven und Spinnen, ergänzt durch Samen, Nüsse und Beeren. Zur Winterfütterung eignen sich besonders ungesalzene Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Hanfsamen und spezielle Meisenknödel oder -ringe ohne Netz. Fettfutter wie Talg gemischt mit Körnern wird von Meisen sehr gut angenommen, da es energiereich ist. Wichtig ist, dass die Futterstellen sauber gehalten werden und das Futter vor Nässe geschützt ist, um Krankheiten zu vermeiden. Von April bis Juli benötigen Meisen proteinreiche Nahrung für die Jungenaufzucht, weshalb naturnahe Gärten mit vielen Insekten besonders wertvoll sind.

Meisen sind Höhlenbrüter und nehmen gerne künstliche Nistkästen an, wenn natürliche Baumhöhlen fehlen. Ein klassischer Meisenkasten sollte ein Einflugloch von 26-28 mm für Blaumeisen oder 32-34 mm für Kohlmeisen haben und aus unbehandeltem Holz bestehen. Der Nistkasten sollte in 2-3 Metern Höhe aufgehängt werden, leicht nach vorne geneigt und vor direkter Sonneneinstrahlung sowie Regen geschützt sein. Die Ausrichtung des Einfluglochs nach Osten oder Südosten ist ideal, und der Kasten sollte im Herbst gereinigt werden, um Parasiten zu entfernen und ihn für die nächste Brutsaison vorzubereiten.

Meisen beginnen ihre Brutzeit je nach Witterung zwischen März und April, wobei Kohlmeisen meist etwas früher starten als Blaumeisen. In der Regel erfolgt eine Brut pro Jahr mit 8-12 Eiern, bei günstigen Bedingungen kann es auch zu einer Zweitbrut kommen. Die Eier werden etwa 13-14 Tage bebrütet, ausschließlich vom Weibchen, während das Männchen für die Nahrungsversorgung zuständig ist. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel weitere 16-22 Tage im Nest und werden von beiden Elternteilen intensiv mit Insekten gefüttert. Pro Tag können die Eltern mehrere hundert Fütterungen durchführen, was den enormen Nahrungsbedarf während der Aufzucht verdeutlicht.

Bei den meisten Meisenarten ist der Geschlechtsdimorphismus nur schwach ausgeprägt und für Laien kaum zu erkennen. Bei der Kohlmeise zeigt sich der deutlichste Unterschied: Männchen haben einen breiteren und durchgehenden schwarzen Längsstreifen auf der Brust, während dieser bei Weibchen schmaler ist oder zum Bauch hin ausläuft. Auch die Färbung ist bei Männchen generell etwas intensiver und kontrastreicher als bei den blasser gefärbten Weibchen. Bei Blaumeisen ist die blaue Kopfplatte beim Männchen leuchtender, während die Unterscheidung insgesamt noch schwieriger fällt. Während der Brutzeit lässt sich das Weibchen am sichersten durch den Brutfleck am Bauch identifizieren, einer federlosen Hautstelle zur besseren Wärmeübertragung auf die Eier.