nicolas mathieu
Nicolas Mathieu ist ein französischer Schriftsteller, der 1978 in Épinal in den Vogesen geboren wurde. Er erlangte 2018 internationale Bekanntheit, als er für seinen Roman 'Leurs enfants après eux' (deutsche Übersetzung: 'Wie später ihre Kinder') den renommierten Prix Goncourt erhielt, einen der bedeutendsten französischen Literaturpreise. Seine Werke zeichnen sich durch eine eindringliche Darstellung des Lebens in der französischen Provinz und der Arbeiterklasse aus. Mathieu gilt als wichtige Stimme der zeitgenössischen französischen Literatur, die soziale Themen und den gesellschaftlichen Wandel im Frankreich der letzten Jahrzehnte behandelt.
Nicolas Mathieu ist vor allem für seine sozialkritischen Romane bekannt, die das Leben in strukturschwachen Regionen Frankreichs beleuchten. Sein Durchbruch gelang ihm mit 'Leurs enfants après eux', einem Coming-of-Age-Roman, der in den 1990er Jahren in einer sterbenden Industrieregion spielt und die Perspektive von Jugendlichen aus der Arbeiterklasse einnimmt. Der Roman wurde mit dem Prix Goncourt 2018 ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Mathieu verbindet in seinen Werken literarische Qualität mit einem tiefen Verständnis für soziale Ungleichheit und die Herausforderungen des Lebens in der französischen Provinz.
Die Werke von Nicolas Mathieu konzentrieren sich auf das Leben der französischen Arbeiterklasse und die wirtschaftlichen sowie sozialen Veränderungen in ländlichen und industriellen Regionen. Er beschreibt eindringlich den Niedergang der Industrie, Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven für junge Menschen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen. Seine Romane spielen oft in den Vogesen oder ähnlichen Regionen Ostfrankreichs und thematisieren Themen wie Klassenunterschiede, Identität, Gewalt und die Suche nach einem besseren Leben. Mathieu gelingt es, persönliche Geschichten mit größeren gesellschaftlichen Entwicklungen zu verweben und dabei sowohl die Härte als auch die Würde seiner Protagonisten darzustellen.
Neben seinem preisgekrönten Roman 'Leurs enfants après eux' (2018) hat Nicolas Mathieu mehrere weitere Werke veröffentlicht. Sein Debütroman 'Aux animaux la guerre' erschien 2014 und handelt von einem gescheiterten Eishockey-Profi in einer französischen Kleinstadt. 2020 folgte 'Connemara', das erneut in seiner Heimatregion angesiedelt ist und die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter und eines Mannes in der Midlife-Crisis erzählt. Auch in diesen Werken zeigt sich Mathieus charakteristischer Stil, der soziale Realität mit emotionaler Tiefe verbindet und ein authentisches Bild des modernen Frankreichs jenseits der großen Metropolen zeichnet.
Nicolas Mathieu erhielt 2018 den Prix Goncourt für seinen Roman 'Leurs enfants après eux', weil die Jury seine eindrucksvolle literarische Darstellung einer ganzen Generation in der französischen Provinz würdigte. Der Roman besticht durch seine authentische Sprache, die vielschichtigen Charaktere und die präzise Beobachtung sozialer Realitäten im Frankreich der 1990er Jahre. Die Jury hob besonders hervor, wie Mathieu es schafft, über vernachlässigte Bevölkerungsgruppen zu schreiben, ohne in Klischees zu verfallen oder seine Protagonisten zu idealisieren. Mit nur 40 Jahren gehörte er zu den jüngeren Preisträgern und wurde für seine kraftvolle, zeitgenössische Erzählweise gefeiert, die wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft.