empty goal

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Ein "empty goal" (leeres Tor) im Eishockey bezeichnet die Situation, wenn eine Mannschaft ihren Torhüter vom Eis nimmt und durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt. Dies geschieht typischerweise in den letzten Minuten eines Spiels, wenn ein Team zurückliegt und durch die Überzahl in der Offensive den Ausgleich erzwingen möchte. Das Risiko dabei ist, dass der Gegner bei Puckbesitz leichter ein Tor in das unverteidigte Tor erzielen kann. Diese taktische Entscheidung wird meist ab einem Rückstand von einem oder zwei Toren in den letzten zwei Minuten der Spielzeit angewendet.
Die Entscheidung, den Torhüter vom Eis zu nehmen, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Spielstand, der verbleibenden Zeit und der Puckbesitzsituation. Bei einem Tor Rückstand wird der Torhüter üblicherweise etwa 90 Sekunden bis zwei Minuten vor Spielende entfernt, bei zwei Toren Rückstand entsprechend früher. Wichtig ist, dass das eigene Team im Angriffsdrittel Puckbesitz hat, bevor der Torhüter die Eisflache verlässt. Moderne Analysen zeigen, dass ein früheres Entfernen des Torhüters die Gewinnchancen statistisch verbessern kann, weshalb manche Trainer bereits bei drei Minuten Restspielzeit diese Taktik einsetzen.
Ein Tor ins leere Tor zählt in der offiziellen Wertung genauso wie jedes andere reguläre Tor und bringt dem Team einen Punkt auf der Anzeigetafel. Für den Torschützen wird das Empty-Goal-Tor vollwertig in seiner persönlichen Statistik geführt, auch wenn manche Fans diese Tore als "einfacher" bewerten. In den erweiterten Statistiken werden Empty-Goal-Tore oft separat ausgewiesen, um eine differenziertere Leistungsanalyse zu ermöglichen. Assists bei Empty-Goal-Toren werden ebenfalls normal gezählt und fließen in die Scorerwertung ein.
Ja, ein Torhüter kann theoretisch ein Tor ins leere gegnerische Tor erzielen, was zu den seltensten Ereignissen im Eishockey gehört. Dies geschieht meist, wenn der Puck von der eigenen Verteidigungszone aus direkt ins verwaiste gegnerische Tor befördert wird, wobei der Torhüter den letzten Kontakt hatte. In der NHL-Geschichte gab es nur eine Handvoll Torhüter, die auf diese Weise getroffen haben, sowie einige weitere, denen der Treffer als letztem Spieler ihrer Mannschaft zugeschrieben wurde. Häufiger kommt es vor, dass ein Torhüter bei einem Empty-Goal-Szenario einen Assist erhält, wenn er den Puck zu einem Mitspieler passt, der dann erfolgreich abschließt.
Die Empty-Goal-Strategie bietet die Chance auf ein zusätzliches Offensivpotenzial durch einen sechsten Feldspieler, was die Wahrscheinlichkeit für ein Tor um etwa 10-15% erhöht. Gleichzeitig steigt das Risiko eines Gegentreffers erheblich, da das eigene Tor ungeschützt bleibt und der Gegner aus jeder Entfernung treffen kann. Statistisch gesehen führt diese Taktik in etwa 15-20% der Fälle zum gewünschten Ausgleichstreffer, während in der Mehrzahl der Fälle der Gegner das leere Tor trifft. Die Entscheidung ist dennoch rational, da bei einem sicheren Rückstand kurz vor Spielende ohnehin eine Niederlage droht und der potenzielle Punktgewinn das erhöhte Risiko rechtfertigt.