kerstin andreae
Kerstin Andreae ist seit 2019 Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem wichtigsten Branchenverband der deutschen Energiewirtschaft. Vor ihrer Zeit beim BDEW war sie von 2002 bis 2019 Mitglied des Deutschen Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen. In dieser Funktion vertritt sie heute die Interessen von rund 1.900 Unternehmen aus den Bereichen Strom, Gas, Fernwärme und Wasser gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Sie ist damit eine der einflussreichsten Personen in der deutschen Energiepolitik und maßgeblich an der Gestaltung der Energiewende beteiligt.
Während ihrer 17-jährigen Bundestagszeit war Kerstin Andreae in verschiedenen wichtigen Funktionen tätig. Sie war wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion und stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit Zuständigkeit für Wirtschafts- und Energiepolitik. Zudem gehörte sie dem Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen an. Ihre politische Expertise konzentrierte sich vor allem auf Wirtschafts-, Energie- und Finanzpolitik, was sie zur idealen Kandidatin für die spätere Führungsposition beim BDEW machte.
Als BDEW-Vorsitzende konzentriert sich Kerstin Andreae auf zentrale Themen der Energiewende und Versorgungssicherheit in Deutschland. Dazu gehören der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Netzinfrastruktur und die Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft. Sie setzt sich zudem für praktikable Rahmenbedingungen bei der Dekarbonisierung ein und betont die Bedeutung bezahlbarer Energiepreise für Verbraucher und Industrie. Besonders seit der Energiekrise 2022 spielt sie eine wichtige Rolle in der öffentlichen Debatte um Energiesicherheit und die Transformation des Energiesystems.
Der Wechsel von Kerstin Andreae aus der Politik in die Wirtschaftslobby wurde kontrovers diskutiert und als sogenannter "Seitenwechsel" thematisiert. Kritiker sahen darin problematische Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft, während Befürworter ihre Fachkompetenz und ihr Netzwerk als wertvoll für die Position bewerteten. Der BDEW selbst betonte, dass gerade ihre politische Erfahrung und ihr Verständnis für energiepolitische Zusammenhänge sie zur idealen Kandidatin machten. Andreae selbst argumentierte, dass sie weiterhin an der Energiewende arbeiten wolle, nun aber aus einer anderen Perspektive.
Kerstin Andreae hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert und als Diplom-Volkswirtin abgeschlossen. Vor ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 2002 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin in verschiedenen Bereichen. Ihre ökonomische Ausbildung prägt bis heute ihre sachlich-analytische Herangehensweise an energie- und wirtschaftspolitische Fragestellungen. Diese Kombination aus volkswirtschaftlicher Expertise, langjähriger politischer Erfahrung und Branchenkenntnis macht sie zu einer profilierten Stimme in der deutschen Energiepolitik.