loris karius

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Loris Karius ist ein deutscher Fußballtorwart, der am 22. Juni 1993 in Biberach an der Riß geboren wurde. Er erlangte internationale Bekanntheit während seiner Zeit beim FC Liverpool, insbesondere durch das Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid, bei dem ihm zwei schwerwiegende Fehler unterliefen, die maßgeblich zur 1:3-Niederlage beitrugen. Vor seiner Zeit in Liverpool spielte er für den 1. FSV Mainz 05 und entwickelte sich dort zu einem vielversprechenden Torwart der Bundesliga. Nach dem traumatischen Finale in Kiew wurde später eine Gehirnerschütterung diagnostiziert, die möglicherweise seine Leistung beeinträchtigt hatte.
Karius begann seine Profikarriere beim Manchester City (ohne Einsatz im Profiteam) und wurde anschließend an den 1. FSV Mainz 05 ausgeliehen, wo er sich ab 2011 etablierte. 2016 wechselte er für rund 4,75 Millionen Euro zum FC Liverpool, wo er unter Jürgen Klopp spielte. Nach dem verhängnisvollen Champions-League-Finale wurde er an Besiktas Istanbul und später an Union Berlin ausgeliehen. In den folgenden Jahren spielte er unter anderem für Newcastle United und zuletzt für Schalke 04, bevor er vereinslos wurde.
Im Champions-League-Finale am 26. Mai 2018 in Kiew gegen Real Madrid unterliefen Karius zwei entscheidende Fehler, die Liverpool das Spiel kosteten. Zunächst warf er den Ball direkt gegen Karim Benzema, der zum 1:1 abstaubte, später ließ er einen Distanzschuss von Gareth Bale durch die Hände gleiten zum 1:3-Endstand. Nach dem Spiel wurde bei Untersuchungen in den USA eine Gehirnerschütterung festgestellt, die er sich vermutlich durch einen Zusammenprall mit Sergio Ramos zugezogen hatte und die seine Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt haben könnte. Dieser Abend wurde zum Wendepunkt seiner Karriere und führte dazu, dass Liverpool kurz darauf Alisson Becker als neuen Stammtorwart verpflichtete.
Nach dem Champions-League-Finale verlor Karius seinen Stammplatz an Alisson Becker und wurde in den folgenden Jahren mehrfach verliehen. Seine Leihe zu Besiktas Istanbul (2018-2020) verlief nicht erfolgreich, ebenso wenig wie sein Gastspiel bei Union Berlin in der Saison 2020/21. Danach folgten kürzere Engagements bei Newcastle United und Schalke 04, wo er jedoch nie an seine früheren Leistungen anknüpfen konnte. Die psychische Belastung durch die Ereignisse von Kiew und der damit verbundene Vertrauensverlust machten es ihm schwer, sich auf höchstem Niveau erneut zu etablieren.
In seinen besten Zeiten bei Mainz 05 und zu Beginn seiner Liverpool-Zeit galt Karius als moderner Torwart mit guten fußballerischen Fähigkeiten und starkem Passspiel. Er zeigte sich sicher im Eins-gegen-Eins und verfügte über gute Reflexe sowie eine solide Strafraumbeherrschung. Seine Fähigkeit zum schnellen Spielaufbau und seine Ballsicherheit passten gut zum modernen, positionsorientierten Fußball, den Trainer wie Jürgen Klopp bevorzugen. Diese Qualitäten machten ihn zu einem der vielversprechendsten deutschen Torhüter seiner Generation, bevor die Ereignisse von 2018 seine Entwicklung nachhaltig beeinträchtigten.